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Zukunft der Regionen: Europaministerin Claudia Bauer im Gespräch mit OÖ LEADER-Sprecher:innen
Bei einem Austausch im LEADER-Büro Urfahr West in Ottensheim diskutierten die Viertelsprecher:innen der oberösterreichischen LEADER-Regionen – OÖ LEADER-Sprecherin Isolde Fürst sowie Sigrid Gillmayr, Christina Gnadlinger, Florian Reitsammer und Josef Nussdorfer – mit Europaministerin Claudia Bauer über die Bedeutung des Förderprogramms, die zukünftige Finanzierung der Regionalentwicklung sowie die Rahmenbedingungen ab 2028.
OTTENSHEIM / WIEN. Wie zentral LEADER für die Entwicklung des ländlichen Raums ist und welche Weichenstellungen es für die Zeit nach 2027 braucht, stand im Mittelpunkt eines Arbeitsgesprächs mit Bundesministerin Claudia Bauer. Die Ministerin für Europa, Integration und Familie traf sich im Büro der LEADER-Region Urfahr West mit den Vertreter:innen der OÖ LEADER-Regionen.
LEADER als Brücke zwischen der EU und den Menschen
LEADER schafft als Methode eine direkte, lebendige Verbindung zwischen den Entscheidungen in Brüssel und dem Alltag der Menschen in den Gemeinden. Indem Projekte nicht anonym verordnet, sondern vor Ort von den Bürger:innen selbst initiiert und gestaltet werden, wird die Europäische Union greifbar, verständlich und nahbar. LEADER baut damit eine Brücke zwischen der europäischen Ebene und dem ländlichen Raum, fördert das Vertrauen in gemeinsame europäische Werte und zeigt anschaulich, welchen konkreten Nutzen die EU für die Lebensqualität vor Ort stiftet.
EU-Förderung direkt für die Bürger:innen spürbar
Die Viertelsprecher:innen gaben der Europaministerin Einblicke in die Praxis der Lokalen Aktionsgruppen und präsentierten erfolgreiche Regionalprojekte aus Oberösterreich. Dabei hob auch die Ministerin besonders hervor, dass LEADER die Europäische Union in ländlichen Regionen unmittelbar greifbar macht: „LEADER zeigt, wie Europa direkt vor Ort wirkt. Die Menschen in den Regionen wissen selbst am besten, was ihre Heimat braucht. Mit LEADER können sie gute Ideen umsetzen und ihre Region weiterentwickeln. Damit diese erfolgreiche Arbeit weiter gehen kann, brauchen die Regionen auch über 2027 hinaus eine verlässliche Finanzierung und langfristige Planungssicherheit“, so Europaministerin Claudia Bauer, die sich in den kommenden Verhandlungen dafür einsetzen wird.
LEADER in Zahlen: Ein starkes Fundament
Österreichweit bilden 2.007 Mitgliedsgemeinden in 83 LEADER-Regionen ein starkes Fundament, in das sich über 7.000 Engagierte – darunter mehr als 2.000 Bürgermeister:innen – ehrenamtlich einbringen. In der Förderperiode 2023–2027 lösen rund 210 Mio. Euro an öffentlichen Mitteln Gesamtinvestitionen von über 500 Mio. Euro für etwa 5.000 regionale Projekte aus.
Zukunft ab 2028: Finanzielle Absicherung und schlanke Strukturen im Fokus
Ein Kernthema bildete der geplante Nationale und Regionale Partnerschaftsplan (NRPP). Nach Vorschlag der Europäischen Kommission sollen ab 2028 mehrere bisher getrennte EU-Förderbereiche gebündelt werden. Da im neuen Entwurf derzeit kein zweckgebundenes „Ringfencing“ vorgesehen ist, fordert die Vertretung der LEADER-Regionen eine verlässliche finanzielle Absicherung für die Periode 2028–2034.
LEADER habe sich als schlanke, günstige und sehr effiziente Form der Regionalentwicklung bewährt, die als zentrale Drehscheibe auch Synergien mit anderen Programmen (wie KEM, KLAR! oder LIN) schafft. „Erfolgreiche Regionalentwicklung ist ein langfristiger Prozess, der Zeit, verlässliche Strukturen und Kontinuität erfordert. LEADER stärkt die Demokratie im ländlichen Raum und ist die Methode der Zukunft. Landwirtschaft kann langfristig nur dort gut funktionieren, wo auch der ländliche Lebensraum attraktiv bleibt“, betonten die Regionsvertreter:innen. Europaministerin Bauer zeigte großes Interesse an den Argumenten aus der Praxis und sagte ihre Unterstützung für die kommenden NRPP-Verhandlungen zu.

